5 Posts - Film

Großes Kino - kleines Kino

Wer sich hauptberuflich mit Video und Film beschäftigt, ist - wenn nicht gleich Cineast - so doch meist dem kommerziellen Film nicht abgeneigt. In unserem letzen Beitrag haben wir eine Szene aus "Hollywood" beschrieben, die uns zum Test eines Kamerakrans inspiriert hat. Ganz so dramatisch wird es diesmal nicht. Das Stilmittel, das wir heute näher beschreiben möchten, ist die Schärfeverlagerung. Sie fehlt in keiner gängigen Filmproduktion. Beispiel gefällig? J.J. Abrams/Star Trek/2009: Chris Pine alias Kirk wird mittels Rettungskapsel auf Delta Vega ausgesetzt. Zuerst sehen wir nur die Wassertropfen auf der Scheibe der Kapsel - dann folgt die Schärfeverlagerung über das Amaturenbrett hin zum gerade zu Bewusstsein kommenden Kirk. Abrams nutzt das Stilmittel zur Exposition einer neuen Umgebung und führt den Charakter in seiner neuen "raumzeitlichen" Situation ein. Oder auch Quentin Tarantino in seinem  letzten Film Django Unchained. Wir sehen Kimme und Korn einer Waffe - im Hintergrund vorerst nur sehr verschwommene Lichtpunkte. Selbstverständlich geht der Blick auf den Teil des Bildes, der im Schärfebereich liegt. Dann folgt die (schnelle) Verlagerung der Aufmerksamkeit in den bisher unscharfen Hintergrund und die anvisierte Szene wird deutlich. Herausragend ist hier der Wechsel von einer Aufnahme im Macro-Bereich (Korn) hin zu einer Weitwinkelszene. 

Sieh mal ... dorthin!

Bekannt ist der Effekt der Schärfentiefe nicht nur aus der Fotografie - wir "sehen" es jeden Tag selbst. Und wir tun es auch selbst, in dem wir unsere Augen auf entsprechend nahe oder entfernte Sachen fokussieren. Die Schärfeverlagerung benutzen wir im Film deshalb so gern und häufig, weil sie einen simplen aber wichtigen Zweck erfüllt: Sie lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters. Der Blick wandert mit dem Schärfebereich mit. Insofern sollte in Voraus klar sein von Wo nach Wo das Auge des Betrachters gezogen werden soll - und ob das sinnvoll ist. Oder spannend. Oder zumindest interessant. Sonst wirkt ein Fokuspull schnell unmotiviert und verwirrend für den Betrachter.

Beim Filmen mit DSLR Kameras können wir durch die Wahl von Objektiv und Blende sehr starke Unschärfe erzeugen. Damit eröffnet sich uns die Möglichkeit, mit den Schärfe- und Unschärfegrenzen zu spielen und diese bewusst einzusetzten. Hier stoßen übliche Videokameras mit digitalem Zoom und ohne manuelle Einstellungsmöglichkeiten schnell an ihre Grenzen. Die Schärfe ziehen wir beim Filmen mit der DSLR mittels manueller Bedienung des Fokusrings nach und halten so das Gewünschte im Fokus.

Fokusring

Um Unschärfe als Stilmittel zu verwenden, ergeben sich für den Videografen verschiedene Möglichkeiten. Bei stabiler Kameraführung (d.h. die Kamera bewegt sich selbst nicht) können wir für die bewusste Verlagerung der Schärfe ebenso den Fokusring nutzen. Die zwischenzeitliche Unschärfe und hier im Besonderen die Zeit der Unschärfe passen wir den Gegebenheiten an. Wir möchten meist vermeiden, dass der Betrachter das Gefühlt hat, dass garnichts scharfgestellt ist. Für die Zeit zwischen den beiden angestrebten scharfen Bildausschnitten, gibt es aber keine festen Regeln. Hier liegt viel in den Händen des Videographen selbst und seinem persönlichen Stil. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass ein schneller Fokuspull dann angebracht ist, wenn die Fokuspunkte räumlich weit auseinander liegen und dazwischen keine fokussierbaren Objekte vorhanden sind. Eine langsame Verlagerung ist jedoch durchaus möglich, wenn dazwischen "etwas" ist, an dem sich das Auge zwischenzeitlich "festhalten" kann. Aber, und das sagen wir ganz frech - vieles ist Geschmacksache, probiert es einfach mal aus. Hier ein paar kurze Beispiele zur bewussten Verlagerung der Schärfe von einem Punkt zu einem anderen bei stabiler Kameraführung:

  

Weiters ist es möglich, die Schärfe mittels Bewegung der Kamera von einem Objekt zum anderen zu verändern. Für die Verlagerung der Schärfezone verwenden wir den folgenden Ablauf: Die Kamera ist auf einen Punkt/Objekt im Raum scharf gestellt. Der Fokusring wird in Position belassen. Dann wird die gesamte Kamera zum zweiten Objekt hin bewegt und in den gleichen Abstand gebracht - so ist dann dort die Schärfe wieder hergestellt. Je flüssiger die Bewegung der Kamera, desto besser der Verlangerungseffekt. Ebenso ist es möglich, statt von Schärfe zu Schärfe, aus der Unschärfe heraus zu einem klaren Bild zu wechseln. Das Bild materialisiert sich so aus dem Verschwommenen. Dazu hier ebenfalls ein paar kurze Beispielclips:

  

Die zuletzt genannte Methode können wir nur dann mit Erfolg verwenden, wenn wir die Möglichkeit haben, die Kamera so zu bewegen, dass das gewünschte Ziel im Schärfebrennpunkt der Kamera landen kann. Planen wir beispielweise einen Schwenk von einem Objekt auf dem Tisch hin zu einer Person im Raum, wird es schwierig! Wir können den Schärfebrennpunkt nicht immer so wählen, dass sich mittels einer flüssigen Bewegung beide Interesssenpunkte darin wiederfinden. Entsprechend nutzen wir eine Kombination aus den beiden oben beschriebenen Arten der Schärfeverlagerung. Dabei bewegen wir die Kamera und kontrollieren gleichzeitig die Schärfe über den Fokusring. Diese Variante erfordert nicht nur Geschick bei der Ausführung der Kamerafahrt, sondern auch ein gewisses Fingerspitzengefühl für die Verwendung des Fokusrings. Bei einer Kamerafahrt mittels Dolly oder Glide lässt sich die richtige Fokusebene noch recht einfach treffen. Meist bedarf es einiger Takes um die Geschwindigkeit der Fahrt und der Betätigung des Fokusrings perfekt aufeinander abzustimmen. Noch komplizierter wird es dann, wenn wir vom Monopod aus arbeiten. Hier bewegen wir die Kamera in verschiedene Richtungen und auf verschiedenen Ebenen. Aber wenn es die Zeit gestattet, ist der Effekt in der Regel die Mühen wert. Hier dazu ebenfalls ein paar Takes:

  

Fazit:
Schärfeverlagerung ist ein valides Mittel der Blickführung im Film. Wir nutzen es gerne, versuchen aber auch verschiedene Varianten zu filmen. Aus der Unschärfe zur Exposition - in die Unschärfe zum Abschluß - Schärfeverlagerung mit zwei oder mehr Schärfeebenen. Die Möglichkeiten der Schärfe/Unschärfegrenzen können wir spannend und vielseitig einsetzen. Ob die Schärfetiefe auch ein Stilmittel für eure Produktionen ist, gilt es nun auszuprobieren! Viel Spaß.

Gepostet um 11:10 am 9.04.2013 | Permalink | Kommentare (0)

Wer rastet, der rostet

Was im Allgemeinen für Gesundheit und Wohlbefinden zutrifft, erstreckt sich natürlich auch auf den Business Bereich. Daher ist unser Motto: Öfter mal was Neues ... ausprobieren! Rundherum gibt es genug Möglichkeiten, die sich für Ideenenfindung eignen. Da wir selbst sehr Kino und Film-begeistert sind, greifen wir auch gern mal auf solche Produktionen zurück, um uns neue Inspirationen zu holen.

Der Film „10 Things I hate about You“ mit Heath Ledger und Julia Stiles ist – zugegeben - nicht mehr der Neueste, zeichnet sich jedoch durch eine ganz besondere Einstellung aus, die es uns beiden angetan hat: Die Kran-Aufnahme im letzten Drittel, in der Kat (Julia Stiles) vor Patrick (Heath Ledger) die Treppe herunter flüchtet – immerhin in Abendgarderobe, wenn auch nicht Brautkleid. Genial! Von da an war es unser erklärter Wunsch, einmal einen Kran bei einer Hochzeit einzusetzten. Die Aufnahme würde ja nicht anders können, als dramatisch und atemraubend zu sein!

Gesagt, getan.

Nun ist ein Kamerakran nicht unbedingt das erste Equipmentteil, dass einem bei der Zusammenstellung des Equipments einfällt. Insofern auch nicht üblich und zudem recht teuer. Also hieß es für uns erst einmal: Ausleihe. Denn jedes neue Equipmentteil sollte zumindest einmal auf Tauglichkeit geprüft werden, bevor es zum Einsatz kommt. Mal gänzlich unabhängig davon, ob ein Kauf in Betracht gezogen wird, oder der Einsatz vor Ort über Mietgeräte angestrebt ist. Es gilt, sich mit dem „Ding“ vertraut zu machen. Wir wollten Stärke und Schwächen, Einsatzmöglichkeiten und Einsatzgrenzen herausfinden. Ist der Umgang mit dem Kran alleine möglich? Wie lange dauert der Auf- und Abbau. Wie schwer ist so ein Teil? Und vor allem natürlich: Wie sehen die Aufnahmen aus? Wie und wo kann ich den Kamerakran nutzen?

ABC Kran – 100

Wir haben nicht gleich gekauft – wir haben erst einmal ausgeliehen. Und dann haben wir ausprobiert. Wir haben einen kurzen Clip dieses Nachmittages zusammengestellt, in dem die Größe, zum Teil die Handhabung und auch die resultierenden Aufnahmen zu sehen sind:

  

Und das Fazit?

Der Kran kam ein einer 1.20m x 50cm x 30cm Kofferkassette – die passt schon mal nur ins Auto, wenn die Rückbank umgelegt ist, oder Wahl des Verkehrsmittels ein Transporter ist. Dazu kommt noch ein Stativ, dass den Namen verdient und der Aufgabe gewachsen ist, auch eine 20 Kilo Kamera samt Aufbau zu tragen. Soweit sogut, darauf könnten wir uns ja einstellen. Die „Bedienungsanleitung“ des Leihgerätes war etwas ... naja sagen wir einmal unpfleglich behandelt worden, doch auch ohne detaillierte Anweisung läßt sich der Kran zusammenbauen. Hat man das ein paar mal gemacht, und weiss man mal wo die Stahlseile hingehören, dann geht der Zusammenbau auch alleine und ohne viel Zeit vonstatten – sicherlich unter 10, wenn nicht sogar um die 5 Minuten. Das heißt, wenn da das Gewicht nicht wäre! Denn auch wenn sich Aufbau und Verwendung schnell erschließen, ist so ein Kran und das zugehörige Stativ einfach ECHT SCHWER!

Das stellte sich im Grunde für unsere Zwecke als problematisch heraus. Auf Hochzeiten, so hat es uns die Erfahrung gezeigt, kann es immer mal sein, das schnell der Ort zu wechseln ist. Wir sind normal auf kleinen und leichten Stativen oder Monopods unterwegs – ein 30k Paket an Kran+Aufbau ist nicht einfach mal eben umgestellt – auch nicht mit zwei Leuten.

Aufnahmetechnisch sind aber tolle Einstellungen drin. Ob die Kamera waagerecht bleibt oder mitschwenkt, ob Höhe (bis zu 5,2 m!) ausgenutzt wird, oder der Schwenkarm wie ein Dolly über den Boden fährt – das sind tolle Aufnahmen drin!

Wir haben erstmal keinen Kran gekauft. Vielleicht probieren wir als nächstes mal einen Jib. Der würde zwar nicht in so luftige Höhen kommen, wie der Kran – wäre aber sicher kompakter und eher für unsere Zwecke geeignet. Der Einsatz eines Kranes auf einer Hochzeit käme nur dann in Frage, wenn mindesten 2 Videografen sich um den Kran kümmern könnten (Auf- und Abbau und den Einsatz) und trotzdem noch ein Dritter da ist, diese Zeit filmisch abzudecken. Ansonsten heben wir uns den Kraneinsatz gern für die Bereiche Kurzfilm und Imagefilm auf. Da sind die Drehpläne zwar auch mal zeitlich knapp bemessen, aber Ort und Ablauf vorgeplant und leichter zumzusetzen.

 

 

Gepostet um 14:42 am 6.03.2013 | Permalink | Kommentare (0)

Wer Laufen will muss erstmal stehen können!
In der Fotografie verzichten wir meist auf Stative und ähnlich Hilfsmittel, um unsere Flexibilität zu bewahren. Ein gestochen scharfes Bild bekommen wir trotzdem, dank Anpassung von Belichtungszeit oder Blitz. Als Videographen hingegen ist Stabilitsation für uns eines der wichtigsten Themen. Beim Filmen geht es um saubere Kamerabewegungen, Schwenks, Glides und ähnliche Kamerafahrten. Bevor wir lernen konnten, wie wir bewegte Kameraeinstellungen drehen, mussten wir erst einmal lernen unsere Kamera stabil und ruhig zu halten.

Kameraarbeit bedeutet in verschiedensten Situationen die Kontrolle über den Bildausschnitt zu behalten. Gerade bei Events und Hochzeiten ist das wichtig. Wenn Katja keine vernünftige Stabilität für einen ruhigen Shot hat, während der Bräutigam der Braut den Ring ansteckt, kommt kein “Cut! Nochmal auf Anfang!” vom Regiestuhl. Der Moment ist vorbei und die Einstellung wäre verloren.

Zwischen Stabilität und Flexibilität
Stativ, Monopod, Freihand... andere Situationen erfordern andere Technik. Die Entscheidung, wann wir welche Art Stabilisation verwenden, ist von mehreren Faktoren abhängig: dem nötigen Grad an Flexibilität, dem Radius an Bewegungsfreiheit, der Länge der Vorbereitungszeit, dem Objektiv und dem restlichen Equipment. Außerdem spielt auch die Bedeutung der einzelnen Szene eine Rolle.
Bei einer Hochzeit wissen wir meist, wo (und wann) Braut und Bräutigam ihre Treueschwüre sprechen werden. Das gibt uns Zeit ein besonders stabiles Stativ für diese Einstellung einzurichten und so diesen emotional bedeutenden Augenblick bestmöglichst einzufangen. In einer Situation dagegen, die eher Improvisation benötigt, beispielsweise wenn das Brautpaar die Glückwünsche der Gäste entgegennimmt, verwenden wir flexiblere Stabilisatonstechniken wie Monopods, mit denen wir uns freier bewegen und den Winkel der Einstellungen schneller verändern können.
Neben der Situation beeinflussen auch Objektivwahl und zusätzliches Equipment unsere Entscheidung für die Art der Stabilisation. Objektive mit IS sind auf dem Monopod leichter zu halten aber 200mm sind auch mit IS nur sehr schwer ruhig zu halten. Ein Richtmikrofon auf der Kamera schließt die Steadycam aus, da es die Balance negativ beeinflusst.

Hier drei (sehr kurze) Clips, die den Unterschied einer Stativ-, Monopod- und handgehaltenen Aufnahme zeigen:



Besser einen wackeligen, als keinen Shot?
Die klare Antwort ist  - Jein. Der Brautvater stimmt im Überschwang der Gefühle nach der Kirche ein Lied an, das Stativ steht noch im Altarraum, der zweite Kameramann holt grad den Audiorecorder von der Empore und du hast nur das Monopod dabei? Tja, Unvorhergesehenes passiert - es gilt, keine Zeit zu verlieren und trotzdem eine saubere Einstellung zu bekommen. Jetzt zahlt es sich aus, wenn man ruhig stehen kann. Oder vielleicht ist auch ein Baum, eine Wand, ein Geländer da, dass zusätzlich zur Stabilisierung genutzt werden könnte.

Übung macht den Meister.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es wichtig ist, die Grenzen des jeweiligen Equipments genau zu kennen. Das muss jeder für sich selbst rausfinden. Nur weil der eine mit Monopod und Glidetrack einen sauberen Shot machen kann, heisst das nicht, das es jeder andere auch kann.
Welche Stabilisatonstechnik ein jeder für seine DSLR am Ende des Tages wählt, ist eine sehr persönliche Entscheidung, die durch viel Ausprobieren und Erfahrung bestimmt wird. Ich arbeite generell lieber mit einem Monopod, während Ingo auf ein stabileres Stativ wechselt, sobald er kann. Sicher trägt es auch viel zum persönlichen Filmstil bei. Letztendlich ist es vor allem wichtig, die verschiedenen Möglichkeiten und deren Grenzen zu kennen. Dann wird es einfacher anhand der vorgegebenen Situation eine Option zu wählen und diese auch bewusst bis ans Limit auszureizen.

Gepostet um 17:25 am 27.04.2011 | Permalink | Kommentare (1)

Wenn ich über unsere Arbeit spreche, lege ich Wert darauf von Hochzeitsfilmen zu sprechen. Technisch gesehen ist das eigentlich Quatsch, da unsere Kameras nicht mit Film arbeiten, sondern digital aufzeichnen. Ich halte es trotzdem für angebracht, nicht nur weil DSLR Kameras den beliebten „Hollywood Film Look“ der 35mm Kameras wiedergeben, sondern auch weil wir uns für unsere Arbeitsweise sowohl bei der Aufnahme als auch im Schnitt immer wieder von den großen Meistern aus der Traumfabrik inspirieren lassen.

Der Filmschnitt wird gerade von Quereinsteigern gern unterschätzt und sich in Premiere, Final Cut oder Edius einzuarbeiten, braucht Zeit. Wenn man sich dann doch daran macht und die ersten Clips zusammengeschnitten hat, sieht das Endergebnis manchmal anders aus, als man gedacht hätte. Irgendetwas passt einfach nicht. Aller Wahrscheinlichkeit nach liegt es daran, dass man eine unbeliebte Kleinigkeit übersprungen hat: die Theorie.

Verpöhnte Theorie
Mal ehrlich, keiner paukt gern Theorie. Doch auch beim Film verbessert ein wenig theoretisches Verständnis das Endergebnis oft merklich. Gestaltungsgrundsätze, Montagetechniken, Schnittrhythmus … von der 180°-Regel bis zu Match- und Jumpcuts ... jeder dieser Punkte hätte einen eigenen Blogeintrag verdient. Viel davon wird der ambitionierte Einsteiger intuitiv anwenden, auch wenn er nicht genau weiß warum. Aber für eine gelungene Komposition des Endwerks lohnt es sich, auch mal die Grundlagenbücher durchzublättern.

90% Organisation und 10% Kreativität
Nun ist ein Event und dessen Dokumentation etwas anders als die Produktion eines Hollywood Films. Peter Jackson weiß schon bevor die Filmrolle überhaupt in der Kamera liegt, welche Einstellungen er braucht, um die zum Ziel gesetzte Schnittdramaturgie umzusetzen. Diesen Luxus haben wir bei einem Event nicht. Denn auch wenn die “Storyline” für einen Hochzeitsfilm überschaubar ist, müssen wir mit den Gegebenheiten vor Ort arbeiten. Das macht unsere Arbeit um einiges aufregender, aber auch schwerer zu planen.

Also, was tun? Vor unserer erste Hochzeit haben wir uns zusammen gesetzt und beraten. Wir wussten, wie das “Drehbuch der Hochzeit” war und wie der Tag ablaufen würde. Wir wussten ebenfalls, welchen Stil wir erreichen wollten. Jetzt war die Frage, wie wir filmen würden, damit die Aufnahmen der drei verschiedenen Kameras miteinander kompatibel und damit ein stimmiges Ergebnis im Schnitt möglich sein würde. Hätten wir am Ende des Tages nur Close-Ups der Braut von Katja und Totale vom Bräutigam von Ingo, würde es schwierig werden, eine stimmige Komposition zu erzielen.

Gepostet um 12:55 am 19.04.2011 | Permalink | Kommentare (0)

Jeder Fotograf entscheidet sich irgendwann für einen bestimmten Hersteller. Vielleicht nicht bei der ersten Kamera, bestimmt aber bei der ersten teuren. Bei den SRL-Kameras waren wir stark Minolta-geprägt. Mit dem Kauf unserer ersten DSLR-Kamera - einer Canon 50D - hatten wir Canon als Hersteller gewählt und sind bis heute dabei. Das ist nicht verwunderlich, denn das Zeitfenster noch einmal zu wechseln ist ohnehin eher kurz. Mit jedem neuen Objektiv steigt sowohl die finanzielle, als auch die emotionale Hürde zum Wechsel.

Die 5D MKII haben wir noch als Fotokamera gekauft. Dass wir uns mit diesem Modell dem Medium Film annäherten, wurde uns erst bewusst, als eine Abschlußarbeit für Franziskas Multimedia Productions Studium anstand. Von da an war es nur noch ein kurzer Weg zum Filmen mit DSLR. Wenig später schon wurde die 50D von einer 7D abgelöst und später noch eine 550D angeschafft. Die Handhabung der Kameras ist unkompliziert. Die 5D hebt sich qualitativ von den beiden anderen Modellen ab und kann als Full Frame Kamera unsere Objektive im vollen Millimeter-Bereich nutzen.

Die Vorteile für DSLR Video liegen auf der Hand. Die Gehäuse sind kompakt und leicht, der Einsatz der Kameras unauffälliger. Bei Hochzeiten sind sich die Gäste teilweise nicht mal bewusst, dass wir filmen und nicht fotografieren. Die Wechselobjektive der Kameras erlauben uns einen vielseitigen Brennweitenbereich und damit verschiedenste Bildwirkungen. Ob Tiefenunschärfe, Tilt-Shift-Aufnahmen, Kamerafahrten oder Steady-Cam, die resultierenden Clips unterscheiden sich in der Regel deutlich vom Videokamera-Look üblicher HD-Recorder. Nicht zuletzt deshalb werden DSLR inzwischen in großen Film und Serienproduktionen eingesetzt.

Die Entwicklung im DSLR-Film Bereich geht zügig weiter. Mit der 60D hat Canon eine Kamera mit Schwenkdisplay auf den Markt gebracht, die weiter auf die Besonderheiten DSLR Film abzielt und zeigt damit, dass dieser Nutzungsbereich der Kameras nicht länger eine Ausnahme ist. Wir sind schon gespannt, was als nächstes kommt!

In den letzten Monaten haben uns immer wieder Fragen von Kollegen, Fotografen und Videografen erreicht. Mit diesem Technikblog möchten wir auf einige dieser Fragen Antworten geben, uns mit Anderen austauschen, um die Hochzeitsvideografie in Deutschland gemeinsam weiterentwickeln.

Gepostet um 7:38 am 16.04.2011 | Permalink | Kommentare (0)